Gelenk- und Fußchirurgie Mittelhessen  
 
 
 
 
   
 
   
   
   
   
   
   
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 
 

 

 
   
 
   
  Neuartige Beschichtung mindert den Abrieb und erhöht die Lebensdauer. Kniegelenk-Operation im Wetterauer Kreiskrankenhaus in Schotten geht neue Wege  
 

 

Kreis-Anzeiger, 2. Februar 2002
Schotten (wk). Die eigentliche Premiere liegt schon einige Wochen zurück, doch der Erfolg wurde erst jetzt richtig sichtbar. Erstmals wurde einer Patientin im November eine neuartige Kniegelenks-Endoprothese eingesetzt, die bislang nur in den USA und im Rahmen einer klinischen Studie an der orthopädischen Universitätsklinik in Halle implantiert wurde.

Der Leiter des Schottener Operationsteams, Dr. Hans-Otto Breithaupt, Facharzt für Chirurgie, unterstrich, dass es sich nicht um ein neues Kniegelenks-Modell handele, wohl aber dessen Beschichtung die Neuheit an sich sei. Bislang wurde bei den Prothesen eine Legierung aus Kobalt-Chrom verwendet. Nachteil dieser bisher zum Einsatz kommenden Beschichtung sei jedoch ihre Lebensdauer. Da es sich bei den Prothesen um ein bewegliches Gelenk handele, werde die Oberfläche durch Abrieb sehr stark beansprucht. Dies wiederum bedeute, dass nach zehn bis 15 Jahren eine erneute Operation notwendig sei, um das Gelenk zur erneuern.

Die neue Prothese aus den USA verfüge über eine Beschichtung aus einer besonderen Form der Keramik. Deren Lebensdauer sei erheblich länger, da durch das neue Beschichtungsmaterial der Abrieb nachweislich um 85 Prozent reduziert werde, so Breithaupt. Dies führe dazu, dass eine Erneuerung des Ersatzgelenks auf Grund Abnutzungserscheinungen im Vergleich zu den bisherigen Prothesen erst wesentlich später notwendig werde. Dies wiederum führe zu einer nicht unerheblichen Kostensenkung. Zwar sei die neue Prothese gegenüber dem herkömmlichen Modell teurer, doch stehe das in keinem Verhältnis zu den Kosten weiteren Operationen bei der Verwendung der bisherigen Systeme, erläuterte der Operationsleiter.

Doch der "Preisvorteil" stehe nicht im Vordergrund, denn die neuartige Beschichtung bringe auch für den Patienten Verbesserungen. Hierzu gehöre unter anderem, dass sich die neue Beschichtung auf Grund ihrer Zusammensetzung auch für Patienten mit Metallallergien eignet. Allerdings, räumte Breithaupt ein, dass wegen der deutlich teureren Kosten gegenüber den bisher verwendeten Materialien die Prothese auf Grund des Kostendrucks im Gesundheitswesen nicht jedem Patienten implantiert werde könne. Daher müsse der behandelnde Arzt nach den individuellen Erfordernissen über den Einsatz entscheiden. Im Bereich der Implantat-Chirurgie plane das Krankenhaus Schotten die Anschaffung eines neuen "Navigationssystems". Dieses soll den Chirurgen durch Computerunterstützung helfen, das Implantat optimal achsengerecht zu platzieren. Dadurch würde gewährleistet, dass der "Gelenkersatz" so eingesetzt werde, dass der Patient nach der Operation keine Beschwerden bei Bewegungsabläufen habe, so Breithaupt.